Magazin
Ausgabe Juni 2010
Finanztipps
Sichere Geldanlagen im Ruhestand

- Foto: Fotolia/Alexander Raths
Jeder Mensch macht sich für seinen Ruhestand eine ganz individuelle Wunschliste. Wenn allerdings im Rentenalter die nötigen Rücklagen fehlen, setzt die Ernüchterung ein. Wer dies vermeiden will, sollte vorsorgen.

Zur Verwirklichung der eigenen Wünsche ist daher möglichst vor Erreichen des Rentenalters eine Bestandsaufnahme der eigenen Einkommens- und Vermögenssituation fällig. Eine Vorstellung vom monatlichen Bedarf erhält man, indem man den zu erwartenden Renten- und Pensionszahlungen und anderen Einnahmen, die nach Ende des Erwerbslebens nicht wegfallen, die momentanen regelmäßigen Ausgaben gegenüberstellt, die sich aus Kontoauszügen, Rechnungen und Kassenbons bestimmen lassen.
Ebenso wichtig ist es, den Umfang des eigenen Vermögens zu bestimmen. Erspartes und in irgendeiner Form angelegtes Kapital steht hier bleibenden Belastungen zum Beispiel durch Restschulden und größeren Ausgaben gegenüber, die in der Zukunft anstehen, wie einem Hauskauf. Was übrig bleibt, steht als Altersrücklage zur Verfügung.
Verfügt man über wenig Vermögenswerte und muss monatliche Ausgaben allein aus der knappen gesetzlichen Rente finanzieren, dann muss angespartes Kapital zum Teil oder ganz zur Aufbesserung des Lebensunterhalts eingesetzt werden, damit man auch im Alter gut leben kann. Sollte auch das Ersparte langfristig nicht reichen, um die Lebenskosten abzudecken, muss man sich grundsätzlich überlegen, welche Ansprüche man an das Leben stellt. Nur im Idealfall decken gesetzliche Rente, betriebliche Altersoder sonstige Zusatzversorgungen sowie mietfreies Wohnen in den eigenen vier Wänden die grundlegenden Bedürfnisse im Alter komplett ab. Dann steht das Ersparte weitgehend zur freien Verfügung, womit grundsätzlich alle Anlagemöglichkeiten offen stehen, von der Immobilie über Wertpapiere bis hin zu Investmentfonds.
Erst nachdem man sich auf diese Weise klar gemacht hat, wie die eigene finanzielle Situation aussieht, kann man sich daran machen, eine für sich persönlich passende Anlagestrategie zu wählen.
Grundsätzliches zur Geldanlage
Alle Anlageprodukte lassen sich in das sogenannte Magische Dreieck der Vermögensanlage einordnen, an dessen Eckpunkten Sicherheit, Rendite (Wertzuwachs) und Liquidität (Verfügbarkeit) stehen. Da es leider keine Anlageform gibt, welche die drei Faktoren in optimaler Weise verbindet, muss der Anleger entscheiden, worauf er seinen Hauptfokus legt.
Es gilt: Je mehr Risiko man bereit ist einzugehen, desto größer sind in der Regel die Renditechancen. Jedoch kann nur die Person ein Risiko eingehen, deren regelmäßige Einkünfte die grundlegenden Bedürfnisse decken. Auch für unvorhergesehene Ausgaben sollte stets ein kurzfristig zugängliches Polster verfügbar sein. Hier ist es wichtig, darauf zu achten, wie schnell die Anlage in Bargeld umgewandelt werden kann.
Das passende Anlageprodukt

- Foto: Fotolia/FrankU
Private Rentenversicherung
Legt man seinen Fokus auf Sicherheit, dann dürfte die private Rentenversicherung die erste Wahl sein. Die Zahlungen erfolgen lebenslang, allerdings mit immer niedrigeren Garantieverzinsungen. Auch muss man inzwischen ein recht hohes Alter erreichen, um die geleistete Einzahlung überhaupt wieder ausgezahlt zu bekommen. Die eingeschränkte Verfügbarkeit und Vererbbarkeit machen diese Anlageform vornehmlich für Selbstversorger attraktiv. Vor Vertragsabschluss sollte man in jedem Fall vergleichen – die Unterschiede von Anbieter zu Anbieter können beträchtlich sein.
Auszahlpläne von Banken und Fondsgesellschaften
Eine andere sichere Anlagemöglichkeit stellen Auszahlpläne von Banken und Sparkassen dar. Dauer und Höhe der Leistungen variieren jedoch von Vertrag zu Vertrag: Lässt man sich nur die Erträge auszahlen, fallen diese eher gering aus und können beträchtlich schwanken. Höhere Zahlungen können erreicht werden, wenn Teile des Kapitals mit ausgezahlt werden – welches dabei allerdings nach und nach verbraucht wird. Auszahlpläne von Fondsgesellschaften erfordern ein größeres Maß an Risikobereitschaft. Die Zinsentwicklung sollte nicht aus dem Auge gelassen werden. Ein relativ geringes Risiko bieten hier sicherheitsorientierte Euro-Rentenfonds.Tagesgeldkonten
Neben den regelmäßigen Zahlungen zur Bestreitung des Lebensunterhalts sollte ein zusätzlicher Teil des eigenen Kapitals leicht verfügbar sein, um für nicht vorhersehbare Investitionen in Haushalt und Gesundheit gerüstet zu sein. Tagesgeldkonten eignen sich für die Anlage eines solchen Notgroschens, können aber langfristig kein Vermögen erhalten.Wertpapiere
Strebt man eine langfristige Gewinnerhaltung an, sollte man Anlageformen mit höheren Ertragschancen wählen, namentlich Wertpapiere. Diese Aktien und Anleihen haben meist eine feste Laufzeit, müssen aber von Zeit zu Zeit verkauft werden, um einen Gewinn zu gewährleisten. Dabei ist es absolut notwendig, die Entwicklung der Finanzmärkte genau zu verfolgen, um den richtigen Zeitpunkt abpassen zu können.Investmentfonds
Alternativ kann man mit anderen Anlegern gemeinsam in Investmentfonds investieren. Diese Variante ist zum einen bequemer als die Direktanlage, zum anderen ist durch geringere Beträge eine Risikostreuung zu erreichen. Allerdings sind auch hier die Risiken der Aktienmärkte zu beachten.Checkliste für die Geldanlage
Eine Bestandsaufnahme, welche die Grundlage für eine Investitionsentscheidung bildet, sollte folgende Fragen beantworten:
- Wie viel Geld steht mir zur Verfügung für eine (weitere) Geldanlage?
- Welche Ziele verbinde ich mit der Geldanlage: Was will ich erreichen?
- Welcher Zeitraum steht mir dafür voraussichtlich zur Verfügung?
Weitere Informationen
Stiftung Warentest: "Im Ruhestand clever an legen", 2008.
Preis 12,90 Euro.
Dort finden sich auch alle An lageprodukte mit ihren Vor- und Nachteilen aufgelistet.
Stiftung Warentest: "Private Altersvorsorge", 2010.
Preis 16,90 Euro
Stern Ratgeber "Geld anlegen – aber sicher", Linde Verlag 2009.
Preis 9,90 Euro
