LebensZeit - Juni_Magazin: CD- und Buchbesprechungen

Magazin                    
 Ausgabe Juni 2010

CD- und Buchbesprechungen

Aufruhr der Liebe: Die Deutsche Grammophon Literatur startete 2010 eine neue Hörbuch-Reihe mit den bedeutendsten Werken des 19. Jahrhunderts. Die außergewöhnliche Neubearbeitung kombiniert Elemente aus Lesung,  Hörspiel und Musik. Sie präsentiert die unvergänglichen Romane Stolz und Vorurteil von Jane Austen, Nana von Emile Zola, Jane Eyre von Charlotte Bronte, Anna Karenina von Lew Tolstoi und Madame Bovary von Gustave Flaubert. Aufbereitet für Kenner und Einsteiger auf niveauvolle und ansprechende Weise.
Deutsche Grammophon Literatur, Berlin 2010, jeweils 1 CD


Auf ihrem Comeback-Album "Now is the Hour" setzt Jennifer Rush auf die bewährte Mischung von eingängigem Europop, ausgreifenden Melodiebögen und gemäßigten Discorhythmen - einerseits. Auf der anderen Seite gibt es durchaus Annäherungen an moderne Grooves und Sounds aus dem Umfeld von Dance und Trance. Aber keine Angst: Über allen Arrangements schwebt die einprägsame Stimme von Jennifer Rush, die 26 Jahre nach ihrem Durchbruch nichts von ihrer Tragkraft verloren hat. Anspieltipp: "Eyes of a Woman" - da hat man das ganze Album in einem Song.
Ariola (Sony Music Entertainment) 2010




Die Pianistin Alice Sara Ott spielt "Chopin - Complete Waltzes".
Sie präsentiert ihre Interpretation der Chopin-Walzer anlässlich des 200. Geburtstags von Frédéric Chopin. Die 22Jährige spielt sämtliche Walzer des Komponisten mit bemerkenswert einfühlsamen Interpretationen, bei denen sie ihrem Ziel, den "wahren Duft, die wahre Farbe" jedes Stückes nachzuspüren, sehr nahe kommt. Ein schönes Geschenk für Klassikfans.
Deutsche Grammophon, Januar 2010



Das Bilder-Buch "Daran erinnere ich mich gern!" von Beate Wolf und Thomas Haubold ist für die Biografiearbeit mit älteren Menschen, denn sie erinnern sich gern an ihre Vergangenheit. In der Pflege ist es wichtig, die biografischen Aspekte ihres Lebens zu kennen. Nur so kann eine wirkliche Begleitung gelingen. In meisterhaften Illustrationen entsteht die Welt der 30er, 40er und 50er Jahre in Deutschland: Ob Schul- oder Nachkriegszeit, ob erste Liebe oder Wirtschaftswunder. Die Illustrationen regen ältere Menschen an, sich an die eigene Vergangenheit zu erinnern und darüber ins Gespräch zu kommen.
 Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 2009


"Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal beschreibt eine untergegangene Welt, in der Leben, Tod und Liebe wie Urgewalten wirken. Conxa ist gerade dreizehn, als ihre Eltern, arme Bauern in den katalanischen Pyrenäen, sie zu einer kinderlosen Tante bringen. An Arbeit mangelt es nicht, aber für Gefühle kennt die Tante keine Worte. Als sie einige Jahre später ihre große Liebe Jaume heiratet, erlebt Conxa ein bescheidenes Glück. Doch der Krieg hält brutal Einzug in die Abgeschiedenheit des Dorfes und reißt auch Conxa mit sich. Ein wunderbares Buch, das lehrt, was wirklich wichtig ist: lieben und geliebt werden.
Diana Verlag, München 2008






"Der Feind im Schatten" von Henning Mankell soll der letzte Wallander-Krimi sein. Der Roman führt direkt in den Kalten Krieg und in die schwedische Nachkriegsgeschichte. Hakan von Enke, ehemaliger U-Boot-Kommandant und zukünftiger Schwiegervater von Wallanders Tochter Linda, weiß, dass fremde U-Boote in den achtziger Jahren mehrfach in schwedische Hoheitsgewässer eindrangen. Er hat dazu jahrelang recherchiert und glaubt sich einer Lösung nahe. Doch dann verschwindet er spurlos und Wallander steckt bereits mitten in den Ermittlungen...

Verlag Zsolnay, Wien 2010