Magazin
Ausgabe Juni 2010
Flusskreuzfahrten
Unterwegs auf Europas Flüssen

Natur, Kultur oder lieber eine Städtereise? Bei Flusskreuzfahrten müssen Sie sich nicht entscheiden. Hier finden Sie eine ausgewogene Mischung aus Erlebnisreise und Erholungsurlaub. Und das alles auf hohem Niveau und sehr komfortabel, schließlich reist Ihr schwimmendes Hotel immer mit.
Sanftes Dahingleiten, grandiose Aussichten, fantastische Perspektiven und frische Luft als ständiger Begleiter - auf diesen Flüssen macht das "Cruisen"* besonders viel Spaß:
Donau: Von Passau bis zum Schwarzen Meer
Eine Flussreise auf der Donau ist ein echter Klassiker. Die Schiffe am Kai der Donaupromenade in Passau, wo die meisten Touren starten, tragen Namen wie "Bellissima", "Primadonna" oder "Donauwalzer". Die Fahrt geht durch die Weinberge der Wachau nach Wien und weiter durch ausgedehnte Auenlandschaften nach Budapest. Nachdem man Österreich und Ungarn hinter sich gelassen hat, kommt man durch Serbien, Bulgarien und Rumänien bis zum Schwarzmeerhafen Konstanza - kein anderer Fluss verbindet so viele EU-Länder und so viele Klischees über die Nachbarn am anderen Ufer. 15 Tage dauert diese lange Donau-Tour mit vielen ausgedehnten Landgängen und Kulturhighlights, aber auch Teilstrecken sind buchbar
* sprich: kruhsen (take a cruise = eine Kreuzfahrt machen)

Rhein: Eine romantische Reise zur Loreley
Schon die Dichter und Maler der Romantik haben vor mehr als 200 Jahren den Rhein für sich entdeckt. Bis heute hat sich an seinem Mythos und seiner Attraktivität nichts geändert. Als echter Europäer entspringt er in den Schweizer Alpen, durchquert den Bodensee, verbindet über eine lange Strecke Frankreich mit Deutschland und entschwindet schließlich über die Niederlande in die Nordsee. Die große Rhein-Kreuzfahrt beginnt in Basel, durchschifft die facettenreichen Landschaften und Kulturräume des Ober-, Mittel- und Niederrheins und endet acht Tage später in Amsterdam. Der Rheinlauf zwischen Speyer und Köln ist der historisch spannendste und landschaftlich schönste. Hier reihen sich die Höhepunkte ganz dicht, wie Perlen an einer Kette, aneinander: verwunschene Burgen, Schlösser und Ruinen, von Weinbergen gesäumte Flussufer und die Loreley als Inbegriff deutscher Rhein-Romantik.

Seine und Saône-Rhône: "Savoir vivre" auf Frankreichs Flüssen
Lebenslust und Genussfreude - darum werden Franzosen gern beneidet. Flusskreuzfahrten in Frankreich sind so vielfältig wie seine Regionen. Beispielweise kann man sich in Paris einschiffen und acht Tage die Seine entlang durch die Normandie schippern, mit Ausflügen nach Rouen und Aufenthalt im malerischen Küstenstädtchen Honfleur. Eine Reise in den sonnenverwöhnten Süden Frankreichs startet in Chalon-sur-Saône im Herzen Burgunds. Von dort geht es nach Lyon, der Seiden- und Feinschmeckerhochburg, und weiter auf der Rhône über Arles nach Avignon. Am Ziel der Reise ist ein Abstecher in die Camargue buchbar, dem einzigartigen Naturreservat mit wild lebenden Pferden und rosa Flamingos.
Buchtipp
Mama Donau von Eva Demski,
Insel Tachenbuch 2007, 7 Euro
Eine Bilderreise
von Jörg Hohenadl
mit Fotos von Norbert Kustos
Ellert & Richter, 14,95 Euro
Von St. Petersburg nach Moskau
Auf den Wasserwegen des Zaren
In der Abendsonne verlässt die ?Viking Peterhof? den NewaFlusshafen im Süden von St. Petersburg. Sie ist ein modernes Kreuzfahrtschiff unter russischer Flagge mit Schweizer Hotelmanagement und deutscher Reiseleitung an Bord.
Venedig des Nordens
Drei Tage lang hatten die rund 200 Passagiere die Möglichkeit, St. Petersburg zu erkunden. Ein Besuch der Eremitage, des eins tigen Zarenpalastes, gehört ebenso zu den Angeboten wie Ausflüge zu den außerhalb der Stadt gelegenen Sommerpalästen - Schloss Peterhof mit seiner grandiosen Springbrunnenanlage und der Katharinenpalast in Puschkin mit seinem sagenumwobenen Bernsteinzimmer. Bei einem Bummel auf der berühmten Flaniermeile, dem Newskij Prospekt - auch ChampsElysees Russlands genannt - lässt sich die Pracht und städtebauliche Eleganz St. Petersburgs genießen. Ein "absolutes Muss" ist auch ein Opernoder Ballettbesuch im Mariinski Theater.Durch die Weite Kareliens
Während die Passagiere sich zum Schlafen in ihre Kabinen begeben, gleitet die "Viking Peterhof" fast lautlos durch die Nacht, durchquert den Ladogasee - Europas größtes Süßwasserreservoir - und nimmt Kurs auf den Swir und das Künstlerdorf Mandrogi. Mit gemütlichen 25 Kilometern pro Stunde geht es dann gemächlich weiter durch die einsame Waldlandschaft Kareliens über den Onegasee zur Museumsinsel Kishi.Kishi - Weltkulturerbe
Weithin sichtbar ragen die 22 Zwiebeltürme der Verklärungskirche über die kleine Insel. Unter den noch erhaltenen Holzbauten Russland gilt das 35 Meter hohe Bauwerk, das ohne Nägel erbaut wurde, als das kühnste und schönste. Kishi Progost mit seinen etwa 60 historischen Holzbauten ist Freilichtmuseum und UNESCO-Weltkulturerbe. Kishi ist aber auch die Illusion eines altrussischen Dorfes, wo nachts die Fenster nicht blau schimmern vom Licht der Fernseher, wo kein Öl in den Pfützen schwimmt, wo alles noch sauber und still ist.Der Wolga-Ostsee-Kanal
Weiter geht die Reise über den Wolga-Ostsee-Kanal. Diese aus Flüssen, Kanälen, Stauseen und Schleusen bestehende Wasserstraße erstreckt sich über rund 425 Kilometer und sorgt für die Anbindung der Wolga an die Ostsee. Am Nachmittag steht ein Ausflug zum Kirillo-Belozerskij-Kloster auf dem Programm, früher eines der einflussreichsten Klöster des orthodoxen Russlands mit einer bedeutenden, kostbaren Ikonensammlung.Endlich auf der Wolga
Auf ihrer Reise von St. Petersburg nach Moskau muss die "Viking Peterhof" 17 Schleusen passieren und einen Höhenunterschied von 162 Metern überwinden. Die Rybinsker Schleuse verbindet den Rybinsker Stausee mit der Wolga, an ihrer Mündung grüßt eine überdimensionale Flussgöttin.Jaroslawl und der Bär
Nächste Station ist Jaroslawl. Laut Legende erbaute Fürst Jaroslawl der Weise hier im Jahr 1010 eine Festung, nachdem er zuvor einen mächtigen Bären bezwungen hatte. Der aufrecht stehende Bär ziert noch heute das Stadtwappen von Jaroslawl. Die lebhafte alte Handelsstadt 250 Kilometer vor den Toren Moskaus gehört bereits zum "Goldenen Ring".Der Goldene Ring
Der Ring altrussischer Städte nordöstlich von Moskau zählt zu den bekanntesten Reisezielen Russlands. Die Siedlungen, die zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert entstanden, waren Schauplätze besonderer Ereignisse der Geschichte und Handelszentren. Als Zeichen ihres Reichtums und ihrer - weltlichen und religiösen - Macht wurden hier unzählige Klöster und Kirchen gebaut.Von Uglitsch ...
Uglitsch, erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1148, ist die letzte Station unserer Reise vor Moskau. Bei einer Stadtführung kann noch heute die Stelle besichtigt werden, an der der Zarensohn Dimitri im Jahr 1591 unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Zu seinem Gedenken wurde die Dimitri-Blut-Kirche erbaut, deren blaugoldene Zwiebeltürme über die Wolga ragen, als hätte sich hier seit Jahrhunderten nichts verändert.

... bis Moskau
Auf dem Moskau-Kanal legt die "Viking Peterhof" die letzten 128 Kilometer zurück bevor sie im Flusshafen der Moskwa als schwimmendes Hotel vor Anker geht. Ihren Passagieren bleiben noch drei spannende Tage um die 10 Millionen Metropole Moskau, das pulsierende Herz Russlands, zu erkunden.
Sightseeing Moskau
Im Zentrum Moskaus liegt breit und wuchtig der Kreml, im 12. Jahrhundert als Stadtfestung erbaut, umfasst die Anlage mehrere Kathedralen und Museen. Von der Zarenburg über den Verwaltungssitz der Sowjetunion bis zur heutigen Residenz des russischen Präsidenten war und ist der Kreml Schaltzentrale der Macht, aber auch kulturelles Highlight. An den Kreml grenzt der Rote Platz mit dem Leninmausoleum. Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen aber auch die alte Fußgängerzone "Arbat", das größte Museum russischer nationaler Kunst, die Tretjakov-Galerie, sowie die Metrostationen mit ihren prunkvollen Bahnhöfen, einst als Paläste für das Volk geplant.Fotos: copyright Viking Flusskreuzfahrten
Weitere Informationen:
www.vikingflusskreuzfahrten.de
www.russlandinfo.de
Buchtipp

von Moskau nach St. Petersburg
Von Pia Thauwald,
Conrad Stein Verlag 2009,
14,90 Euro



