LebensZeit - April_Magazin: Gut vernetzt

Magazin                                        
Ausgabe April 2010

Gut vernetzt

Meine Bank im Internet

Foto: iStockphoto/Alexander Raths
Das Internet hat sich in unserem Leben breit gemacht. Auch der Gang zur Bank ist heute für viele der Gang zu ihrem Computer: Sie führen ihre Geschäfte online. Wer sich mit dem Gedanken trägt, ins „Online-Banking“ einzusteigen, sollte zuvor einiges wissen und vor allem auf seine Sicherheit im Netz achten. Wir geben Tipps für Einsteiger.

 

Hannelore Wolf (78) und ihr Sohn Michael Wolf (51) sind bei derselben Bank. Er fährt einmal die Woche in die Stadt zur Filiale, wirft seine Überweisungen ein, druckt seine Kontoauszüge aus und holt sich das nötige Bargeld am Geldautomaten.

Seine Mutter erledigt das (fast) alles zu Hause an ihrem Computer. Geldscheine kann sie zwar mit ihrem Drucker (leider) nicht ausdrucken. Aber Bargeld bekommt sie bei Bedarf an jedem Geldautomaten in der Nähe.

Hannelore Wolf: „Schon über drei Jahre habe ich jetzt den Internetzugang zu meiner Bank. Am Anfang war es etwas ungewohnt. Aber es ist für mich ein großer Vorteil. Ich habe mein Girokonto, mein Festgeldkonto und mein Wertpapierdepot immer im Blick. Kontoauszüge kann ich direkt in meinem Computer speichern. Überweisungen, Daueraufträge oder Kauf von Wertpapieren – für meine Bankgeschäfte muss ich nur noch am Schreibtisch den Computer einschalten.“

Wie geht’s?

Hannelore Wolf kam über eine befreundete Geschäftsfrau zum Online-Banking, bei der sie sich vorab mit den Abläufen vertraut machen konnte. Einen eigenen Internetzugang hatte sie schon länger. Online-Banking muss man persönlich bei der Bank beantragen. „Ich habe bei meinem Kundenberater einen Antrag ausgefüllt“, erinnert sich Hannelore Wolf, „er hat mir eine Infobroschüre mitgegeben und mir erklärt, worauf bei der Sicherheit zu achten ist.“

Eine Woche später kam ein Einschreibebrief von der Bank mit den Zugangsdaten zum Online-Banking: der Kundennummer (meist identisch mit der Kontonummer) und der PIN-Nummer (dem Passwort für den Zugang). Mit einem zweiten Brief kam eine Liste mit TANs (TransAktionsNummern), die man aus Sicherheitsgründen für jede Aktion beim Online-Banking braucht (z. B. Überweisung, Dauerauftrag einrichten oder ändern).

Hannelore Wolf erinnert sich: „Von meinem Kundenberater bei der Bank hatte ich ja schon eine einfache Anleitung. Direkt auf der Startseite der Bank im Internet gibt es den Hinweis ‚Online-Banking‘. Wenn ich das anklicke, komme ich zu dem ‚Login‘, das ist die Einwahl-Maske für meinen persönlichen Zugang. Ich gebe meine Kundennummer ein und dann mein Passwort – die PIN-Nummer. Wenn ich bestätige, komme ich direkt zur Übersicht über meine Konten. Wenn ich mich mal vertippe, bekomme ich eine Fehlermeldung und werde aufgefordert, meine Daten nochmal einzugeben. Aber Vorsicht: die PIN kann man aus Sicherheitsgründen nur dreimal eingeben. Dann muss man sie bei der Bank neu beantragen. Also beim zweiten Versuch möglichst richtig eingeben.“

Sicher ist sicher …

Hannelore Wolf ist mit dem Online-Banking sehr zufrieden: „Ich finde das sehr bequem und möchte es nicht missen.“ Sie weiß aber auch, dass sie auf die Sicherheit achten muss (siehe „Tipps zur Sicherheit“). Sie hat das Überweisungsvolumen für das Online-Banking auf eine bestimme Summe eingeschränkt und überprüft regelmäßig am Computer die Kontostände. Sie ändert alle zwei Monate ihr Passwort. Sie bewahrt Passwort und ihre TAN-Liste (mit den TransAktionsNummern) immer getrennt auf.

Hannelore Wolf erinnert sich an einen heiklen Fall: „Vor zwei Jahren bekam ich eine E-Mail, die aussah, als käme sie von meiner Bank. In der Mail stand, man wolle meine Daten überprüfen. Deshalb sollte ich mein Benutzerkennwort und mein Passwort eingeben. Ich habe die Mail sofort gelöscht und meine Bank informiert.“

Die wichtigste Sicherheitsregel, die ihr Kundenberater ihr auf den Weg zum Online-Banking mitgegeben hatte, war: „Niemals wird unsere Bank Sie per E-Mail auffordern, Ihre Zugangsdaten einzugeben. Es gibt Betrüger, die durch diesen Trick versuchen, an Ihre Daten und damit an Ihr Konto zu kommen.“ Online-Banking ist bequem, aber
man muss im Online-Bankverkehr – wie übrigens im Straßenverkehr auch – die wichtigen Sicherheitsregeln kennen, damit kein Unfall passiert.


Foto: Fotolia/Falko Matte

Tipps zur Sicherheit

 Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) hat eine Internet-Seite für Bürger eingerichtet, die auch genaue Informationen zur Sicherheit beim Online-Banking enthält: www.bsi-fuer-buerger.de.

Einige wichtige Tipps aus diesem Auftritt stellen wir hier vor

Alle Gefahren, die Ihnen auch sonst im Internet drohen, gibt es natürlich auch bei Bankgeschäften über das Internet. Ihre Daten können bei der Übertragung ausspioniert, verändert oder sogar gelöscht werden. Als Kunde müssen auch Sie Sicherheitsvorkehrungen treffen. Wenn Sie folgende Regeln beachten, können Sie Ihr Risiko auf ein Minimum reduzieren:

  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Kontenbewegungen: Wenn Ihnen etwas unschlüssig erscheint, dann setzen Sie sich direkt mit Ihrer Bank in Verbindung.
  • Vereinbaren Sie mit Ihrer Bank ein Limit für tägliche Geldbewegungen beim Online-Banking: Durch einen festgelegten Höchstbetrag stellen Sie sicher, dass Betrüger nicht unbemerkt hohe Summen von Ihrem Konto abbuchen.
  • Achten Sie auf die Verschlüsselung: Das gängigste Verfahren, das Banken nutzen, ist SSL. Diese Technik verhindert, dass Daten während der Übertragung gelesen oder manipuliert werden. Ob SSL zum Einsatz kommt, erkennen Sie dadurch, dass an das „http“ der Internetadresse ein „s“ angeschlossen wird („https“).
  • Prüfen Sie die Echtheit der Bank-Website: Achten Sie darauf, dass Sie auch tatsächlich auf der Seite Ihrer Bank sind. Bereits minimale Abweichungen (etwa Trennungspunkte oder Trennstriche) weisen auf eine gefälschte Web-Seite hin. Wenn Sie beim Login nach einer TAN gefragt werden, sind Sie mit Sicherheit auf einer gefälschten Seite!
  • Wählen Sie Zugangsdaten sorgfältig aus und gehen Sie vorsichtig damit um: Nutzen Sie Passwörter mit schwer zu erratenden Buchstaben-/Zahlenkombinationen. Speichern Sie Zugangsdaten keinesfalls ab. 
  • Betreiben Sie Online-Banking, soweit möglich, nur von eigenen Geräten aus: Vorsicht insbesondere bei öffentlich zugänglichen Computern wie etwa in Internetcafés. 
  • Schützen Sie Ihren PC vor unerlaubten Zugriffen: Definieren Sie zum Beispiel ein Passwort, das beim Starten abgefragt wird. 
  • Setzen Sie aktuelle Virenschutzsoftware und Firewalls ein: Halten Sie die Virenschutzsoftware immer auf dem neuesten Stand.
  • Reagieren Sie nicht auf Phishing-Mails: Gefälschte Nachrichten und Webseiten sind heute meist sehr professionell gestaltet. Lassen Sie sich nicht täuschen: Ihre Bank fordert Sie niemals per E-Mail dazu auf, vertrauliche Daten wie PIN, TAN oder Kontonummer bekannt zu geben. Falls Sie derartige Mails erhalten, informieren Sie direkt Ihre Bank. Keinesfalls den Anweisungen der E-Mail folgen oder Anhänge öffnen. 
  • Sperren Sie Ihren Online-Banking-Zugang, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt: Das können Sie entweder telefonisch bei der Bank erledigen oder über die entsprechende Funktion im Online-Banking-Fenster.