LebensZeit - Oktober_Magazin: sicher + geschützt

Magazin                                       
Ausgabe Oktober 2009

Sicher und geschützt

Einbruchschutz: Wie Sie sich vor
ungebetenen Gästen schützen

Mit welchen Tricks können Eigenheimbesitzer und Wohnungseigentümer Langfingern das Leben schwer machen? Welche sicherungstechnischen Schwachstellen gibt es an Haus und Wohnung? Wie sind Türen und Fenster vor dem Zugriff Unbefugter abzusichern? Und wie können Nachbarn einander helfen?

 

Durchschnittlich alle vier Minuten wird in Deutschland in einen Privathaushalt eingebrochen. Betroffen sind dabei nicht nur Villen und einsam gelegene Häuser, sondern auch durchschnittliche Einfamilien- und Reihenhäuser oder Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Pro Einbruch beläuft sich der Schaden dabei im Durchschnitt auf 2.000 Euro. Außerdem führt ein solcher Eingriff in die Privatsphäre bei vielen Einbruchsopfern zu einem nachhaltigen Schock und einem verloren gegangenen Sicherheitsgefühl. Durch Sicherheitstechnik, richtiges Verhalten und ein aufmerksames soziales Umfeld kann das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, jedoch erheblich minimiert werden. Hier finden SieTipps und Ratschläge, wie Sie sich und Ihr Eigentum wirkungsvoll schützen können.

 

Grundstück

 

Durch bewusste Gestaltung Ihres Grundstückes können Sie beeinflussen, wie "einladend" dieses für Einbrecher ist:

  • Schließen Sie Gartentüren, Hof- und Garagentore auch dann ab, wenn Sie zu Hause sind.
  • Mülltonnen, Gartenmöbel, Rankgerüste und hausnahe Bäume eignen sich als Aufstiegshilfe für Einbrecher. Schließen Sie diese weg beziehungsweise entfernen Sie die Bäume oder die Rankgerüste.
  • Licht wirkt auf Einbrecher abschreckend. Deshalb sollten einbruchgefährdete Bereiche beleuchtet sein.
  • Hecken und Sträucher bieten nicht nur Ihnen Sichtschutz, sondern auch Einbrechern. Vermeiden Sie deshalb dichte Bepflanzung direkt am Haus. 


Außentüren
 

 

Die meisten Einbrüche erfolgen über die Eingangstür. Achten Sie deshalb darauf,

  • beim Klingeln nicht bedenkenlos die Tür zu öffnen. Nutzen Sie einen Türspion und öffnen Sie nur mit vorgelegtem Sperrbügel. Zeigen Sie gegenüber Fremden ein gesundes Misstrauen! 
  • die Außentür bei jedem (auch kurzzeitigen!) Verlassen von Haus oder Wohnung zweifach abzuschließen.
  • Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen zu verstecken. Einbrecher kennen jedes Versteck!
  • umgehend den Schließzylinder auszuwechseln, wenn Sie Ihren Schlüssel verloren haben.    
  • bei einer Tür mit Glasfüllung niemals den Schlüssel innen stecken zu lassen.
  • dass der Bereich vor der Tür und der Zugangsweg ausreichend beleuchtet sind.

 

Fenster, Balkon- und Terrassentür

 

Auch Fenster und Fenstertüren werden von Einbrechern gerne zum Einstieg genutzt. Überprüfen Sie daher Ihr eigenes Verhalten:

  • Verschließen Sie die Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit.
  • Vorsicht bei gekippten Fenstern: Sie sind von Einbrechern besonders leicht zu öffnen.
  • Achten Sie darauf, dass die Rollläden zur Nachtzeit geschlossen werden. Tagsüber sollten sie hingegen offen bleiben - um nicht sofort Ihre Abwesenheit zu signalisieren.

 

Wertsachen

 

Wertsachen, die offen in der Wohnung oder im Haus herumliegen, locken Einbrecher an. Dem können Sie vorbeugen:

  • Bewahren Sie Schmuckstücke, Dokumente und sonstige Wertsachen in einem versteckten, festverankerten Wertbehältnis auf.
  • Wichtige Dokumente und Wertsachen, die nur selten gebraucht werden, gehören in ein Bankschließfach.
  •  Kennzeichnen Sie Ihre Wertgegenstände und erfassen Sie die wichtigsten Daten in einer Wertsachenliste.

 

Nachbarschaftshilfe

 

Die Polizei kann nicht überall sein, um Straftaten zu verhindern. Pflegen Sie daher den Kontakt zu Ihren Nachbarn und haben Sie den "Blick für nebenan": In einer aufmerksamen Nachbarschaft haben Einbrecher kaum eine Chance. 

  • Achten Sie bewusst auf gefährdende und verdächtige Situationen.
  • Halten Sie in Mehrfamilienhäusern den Hauseingang auch tagsüber stets geschlossen.
  • Prüfen Sie, wer ins Haus will bevor Sie den Türöffner drücken.
  • Achten Sie auf Fremde im Haus, oder auf dem Nachbargrundstück und sprechen Sie sie an
  • In Mehrfamilienhäusern sollten Keller- und Bodentüren stets verschlossen sein.
  • Betreuen Sie die Wohnung länger abwesender Nachbarn, indem Sie zum Beispiel den Briefkasten leeren. So wird ein bewohnter Eindruck vermittelt.
  • Alarmieren Sie bei Gefahr (Hilferufe, ausgelöste Alarmanlage) und in dringenden Verdachtsfällen sofort die Polizei über den Notruf 110.

 

Verhalten während eines Einbruchs

 

Sind Sie während eines Einbruchs zu Hause, sollten Sie nach Möglichkeit jede Konfrontation

mit dem Einbrecher vermeiden. Stellen Sie sich ihm auf keinen Fall in den Weg! Verständigen Sie stattdessen - wenn möglich - sofort die Polizei und geben Sie ihr eine möglichst gute Beschreibung des Täters und seines eventuell eingesetzten Fluchtfahrzeugs.

 

Mehr Schutz durch Sicherungstechnik

 

Mehr als ein Drittel aller Einbruchsversuche scheitert nach Angaben der Polizei am Einsatz

mechanischer Sicherungen. Mit folgender Sicherheitstechnik können Sie Wohnung und

Haus wirkungsvoll gegen Einbruch schützen.

  • Außentüren: Bei Neu- und Umbauten empfiehlt sich der Einbau einbruchhemmender
  • Fenster: Leicht erreichbare Fenster sowie Terrassen- und Balkontüren sollten mit einbruchhemmenden Fensterbeschlägen und abschließbaren Fenstergriffen ausgerüstet werden. Beim Neu- und Umbau wird der Einbau einbruchhemmender Fenster und Fenstertüren empfohlen. Häufig gekippte Fenster (etwa WC-Fenster) sowie Kellerfenster können mit einem Fenstergitter gesichert werden.
  • Rollläden: Um das Hochschieben von Rollläden zu verhindern, sichern Sie diese mit

Tipp: Sicherungen können ihren Zweck nur dann erfüllen, wenn sie fachgerecht eingebaut werden. In einigen Bundesländern bekommen Sie bei den (Kriminal-) Polizeilichen Beratungsstellen Nachweise über entsprechende Unternehmen von mechanischen Sicherungseinrichtungen.


Fotos: fotolia, Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

 

Weitere Informationen 

 

Diese Informationen zum Thema Einbruchschutz sind zum Teil der Broschüre "Ungebetene Gäste" des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundesentnommen. Weitere Informationen unter www.einbruchschutz.polizei-beratung.de

 

Bei den (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen können Sie sich kostenlos und neutral über die für Ihr Haus oder Ihre Wohnung sinnvollen Sicherungsmaßnahmen beraten lassen. Die Adresse erhalten Sie bei jeder Polizeidienststelle.