LebensZeit - Oktober_Magazin: Fern+nah

Magazin                       
Ausgabe Oktober 2009

Fern und nah

El Hierro
Mitten im kalten Winter: Ewiger Frühling

Die Kanaren sind bekannt als "Inseln des ewigen Frühlings". El Hierro, die kleinste der Islas Canarias, ist mit ihrer Vielfalt und Ursprünglichkeit noch immer ein Geheimtipp für den Individualurlaub.

 

Nur wenige Orte haben ihren wahren Charakter und ihre Natur derart gut erhalten können wie El Hierro. Sie gilt als eine der schönsten Inseln im Atlantischen Ozean und wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

 

El Hierro ist etwa 25 Kilometer lang. Die Fläche von kaum mehr als 278 km2 bietet eine Vielfalt von landschaftlichen Kontrasten: Kraterlandschaften und erkaltete Lavaströme, grüne Kiefernwälder, Wiesenfelder und Weinberge neben alten Lorbeerwäldern, felsige Küstenabschnitte mit steilen Klippen, die in klares azurblaues Wasser abfallen, das hunderte subtropische Meerestiere birgt.

 

Die fast 100 Kilometer lange Küste ist schroff und von Klippen durchsetzt, bietet jedoch vereinzelt auch Buchten mit Stränden und natürliche Lagunen mit kristallklaremWasser zum Baden und Tauchen wie beispielsweise Charco Manso im Norden oder Charco Azul im Südwesten.

 

Seit der Antike ein Geheimtipp

 

El Hierro ist die Kanarische Insel mit den meisten Vulkanen, insgesamt über 800. Einige von ihnen bestechen durch ihre Schönheit oder ihre Ausmaße wie die Höhle Don Justo, die über Galerien von mehr als sechs Kilometern Länge verfügt. Die Hauptstadt Valverde liegt auf einem Berg rund 700 Meter über dem Meer. Steile Gassen, weißgetünchte Häuser, üppige Gärten und die Kirche Santa María de la Concepción prägen das Stadtbild.

 

Schon in der Antike standen die Kanaren im Ruf des ewigen Frühlings. Der griechische Dichter Hesiod schwärmt von den seligen Inseln am Rande der Welt. Im 14. Jahrhundert schickte der portugiesische König Alfonso IV. von Portugal eine Flotille zu den Kanaren, um die bis dahin noch unbekannte Inselgruppe zu erkunden. Ihr Kapitän Rodríguez Martín beschreibt in seinem Bericht an den König das milde Klima und die üppige Flora und Fauna der Insel El Hierro.

 

Bei seiner zweiten Reise nach Amerika machte Christoph Kolumbus einen 19-tägigen Zwischenstopp auf El Hierro. Er wartete dort auf günstige Winde, bis er mit seiner Flotte von 17 Schiffen in die Neue Welt aufbrechen konnte. Bis zur Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 galt El Hierro als das äußerste Ende der westlichen Welt.

 

Heute muss man keine Expedition ans Ende der Welt mehr ausrüsten: Die Kanarischen Inseln sind durch Charterflüge gut, günstig und schnell zu erreichen. Und es hat sich herumgesprochen, dass man mitten im kalten deutschen Winter auf diesen "Inseln des ewigen Frühlings" mit sechs Stunden Sonne am Tag und stabilen Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad rechnen kann.

 

El Hierro jedoch, die kleinste der Islas Canarias, ist immer noch ein Geheimtipp geblieben. Die Insel-Regierung wirbt für die "Isla de la tranquila diferencia", die Insel der ruhigen Alternative. Qualität soll vor Quantität gehen. Mit ihrer Vielfalt in Flora und Fauna und ihrer Ursprünglichkeit ist El Hierro für Individualurlauber ein reizvolles Ziel.

 

Die landschaftlichen Reize der Insel laden ein zum Erkunden der Natur durch ausgedehnte Wanderungen oder Radtouren. Lohnende Ausflugsziele sind zum Beispiel der tausendjährige Sabinawald, der Orchilla Leuchtturm, die Don Justo Höhle in La Restinga, das Zentrum zur Rettung der Rieseneidechse oder das älteste Freilichtmuseum Spaniens, das Ecomuseo de Guinea.

 

Was das Herz begehrt

 

Je nach Gusto und Kondition kann man auch Aktiv-Sportarten betreiben: Paragleiten, Mountainbiking, Surfen, Höhlenklettern, Exkursionen durch Vulkankrater. Naturschwimmbäder mit kristallklarem Wasser eignen sich hervorragend zum Baden und Tauchen. Das klare Wasser der Lagunen macht die Insel zu einem idealen Terrain für den Tauchsport. Es gibt Tauchzentren und Schulen vor Ort.

 

Die ländlichen Unterkünfte von El Hierro passen sich harmonisch in die Landschaft ein. Man kann wählen zwischen dem kleinsten Hotel der Welt und gemütlichen Appartements, die ganz in der Nähe der lagunenartigen Meerwasserschwimmbecken liegen.

 

Auch die kanarische Küche auf El Hierro hat einiges für Gaumenfreunde zu bieten. Probieren Sie zum Beispiel "Champurrio de jaramagosy garaceas". Weinbau wird auf der Insel traditionell seit 1526 betrieben, und der "Malvasia" hat schon Lord Byron gemundet.

 

Fünf der Kanarischen Inseln werden auch im Winter von allen großen Flughäfen in Deutschland aus durch Charterflüge angeflogen.

 

Wie erreichen?

 

El Hierro und La Gomera erreicht man in den Wintermonaten am besten per Fähre über Teneriffa. El Hierro besitzt gute Fähr- und Flugverbindungen. Auf dem Flughafen von El Hierro, nur wenige Kilometer von der Insel-Hauptstadt Valverde entfernt, landen täglich Flugzeuge aus Teneriffa und Gran Canaria. Regelmäßige Fährverbindungen gehen vom Hafen La Estaca aus nach Teneriffa und La Gomera.

 

Wer informiert?

 

In Valverde, der Insel-Hauptstadt, wurde von der Inselregierung das "Patronato de Turismo" eingerichtet. Das Touristenpatronat berät und informiert die Urlaubsgäste, es wirbt für El Hierro und kümmert sich um touristische Einrichtungen. Das Patronat ist im Internet zu erreichen unter www.elhierro.es. Der Auftritt ist allerdings nur teilweise in Deutsch verfügbar. Auf dem Tourismus-Portal der Kanarischen Inseln www.turismodecanarias.com/de kann man sich durch Fotos, Videos und Karten (zum Download) einen guten ersten Eindruck verschaffen.


Fotos: Spanisches Fremdenverkehrsamt: Cabildo del Hierro/David Olivera, Patronato Insular de Turismo de El Hierro

 

Weitere Informationen 

 

Consejería Española de Turismo en Alemania - Spanisches Fremdenverkehrsamt

Rufnummer für allgemeine touristische Auskünfte: 01803002647

www.spain.info/de/TourSpain

 

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Kurfürstendamm 63 5.OG
10707 BERLIN

E-Mail: berlin@tourspain.es

 

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40237 DÜSSELDORF

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