LebensZeit - Magazin: sicher + geschützt

Magazin                       
Ausgabe August 2009

Sicher und geschützt


Wenn das eigene Zuhause zur Gefahr wird?

Wie können Stürze in den eigenen vier Wänden vermieden werden? Worauf ist bei der Beleuchtung, den Treppen und den Fußbodenbelägen sowie der elektrischen Verkabelung zu achten? Und wie sind das Badezimmer und die Toilette zu gestalten, wenn etwa ein Um- oder Neubau notwendig wird?

 

Wussten Sie, dass die Hauptursache für Verletzungen bei älteren Menschen Stürze sind, die meist in den eigenen vier Wänden geschehen? Wenn ja, sind Sie gut informiert und haben bestimmt auch schon entsprechende Schutzmaßnahmen für sich oder Ihre Angehörigen getroffen. Wenn nein, dann sind Sie hier richtig. Denn es gilt, diese Unfälle zu vermeiden. Hier finden Sie einige Tipps und Tricks für ein barrierefreies Zuhause. Meist genügen bereits geringfügige Veränderungen.

 

Beleuchtung

 

Eine gute Beleuchtung ist das A und O, ob innerhalb oder außerhalb des Hauses, ob tagsüber oder nachts.

 

Für ausreichend Beleuchtung innerhalb des Hauses kann gesorgt werden, indem zum Beispiel

  • blendfreie Lampen verwendet werden, die nicht allzu grelles weißes Licht abgeben.
  • am Anfang und am Ende einer Treppe ein gut erreichbarer Lichtschalter installiert ist, der möglichst auch im Dunkeln leuchtet.
  • eine Nachttischlampe mit gedämpftem Licht angebracht wird, die bequem vom Bett aus- und einzuschalten ist.
  • der nächtliche Weg zur Toilette und zum Badezimmer beleuchtet wird, etwa mit Nachtlampen, die nur in die Steckdose gesteckt werden müssen und die ganze Nacht leuchten.
  • ein Bewegungsmelder eingerichtet wird, der dafür sorgt, dass sich das Licht bei Dunkelheit automatisch einschaltet, sobald man sich der Treppe nähert oder einen Raum betritt.
  • eine Zeitschaltuhr installiert wird - mit großzügig bemessenem Zeittakt.

Für ausreichend Beleuchtung außerhalb des Hauses kann gesorgt werden, indem zum Beispiel

  • der Weg zwischen Haustür und Gartentor, die Haustür selbst und ein Treppenaufgang erleuchtet werden, etwa mit Hilfe von Zeitschaltuhren.
  • Bewegungsmelder installiert werden, die sich automatisch einschalten und die mit der Beleuchtung der Klingel- und Gegensprechanlage gekoppelt sind.
  • Gehwege und Hauseingänge gut beleuchtet sind, weil eine gut erkennbare Hausnummer Rettungswagen und Helfern hilft, im Notfall schnell das richtige Haus zu finden.

 

Treppen

 

Nicht nur die Treppen im unmittelbaren Wohnbereich, sondern auch die Treppen innerhalb eines Hauses von einer Etage in die andere, aber auch die Treppenaufgänge von und zur Wohnung bergen Unfallgefahren.

 

Mehr Sicherheit kann erreicht werden, indem

  • ein durchgehendes Geländer oder beidseitig Handläufe angebracht werden, die über die erste und letzte Stufe hinausgehen.
  • die oberste und die unterste Stufe farblich oder durch einen Leuchtstreifen gekennzeichnet werden, um sich auf einer Treppe besser orientieren zu können und "Fehltritte" zu verhindern.
  • Gleitschutzstreifen oder ein rutschfester Belag aufgebracht werden, um nicht auszurutschen.  Für Steinstufen eignen sich etwa Gummistreifen, für Holzstufen Teppichmatten.

 

Fußbodenbeläge

 

Vor allem Stolperfallen in der Wohnung verursachen immer wieder schwere Stürze.

 

Einige Stürze können vermieden werden, wenn etwa darauf geachtet wird, dass der Fußboden eben und rutschsicher ist und keine großen Niveauunterschiede aufweist. Dies kann erreicht werden, indem

  • die Türschwellen entfernt werden oder eine andere Farbe erhalten als der angrenzende Fußboden, damit sie sich deutlich abheben.
  • eine kleine Rampe gebaut wird, die ermöglicht, auch mit einem Gehwagen oder einem Rollator in den anderen Raum hineinzufahren.
  • Teppiche, Läufer und Brücken entfernt oder gegen Verrutschen gesichert werden. Das heißt, so fixiert werden, dass Ecken und Kanten nicht mehr hoch stehen und zu Stolperfallen werden. Dafür bieten sich Antirutschmatten oder Klebebeläge an.

 

Elektro- und Telefonkabel

 

Zur standardmäßigen Ausstattung eines Haushaltes gehören heutzutage eine Anzahl elektrischer Geräte: Fernseh- und Radiogeräte, CD-Player, PC und Drucker, Kühl- und Tiefkühlgeräte und ein Telefon. In der Regel ist nicht in der Nähe eines jeden Elektrogerätes eine Steckdose angebracht, so dass nur kurze Kabel nötig sind. Meist werden Verlängerungskabel oder extra lange Kabel verwendet.

 

Freiliegende Kabel sind gefährliche Stolperfallen, die vermieden werden können, indem

  • ein Elektriker zusätzliche Steckdosen installiert, mindestens zwei Steckdosen pro Wand, um möglichst kurze Kabel verwenden zu können.  
  • sie mit einem breiten Paketklebeband über die ganze Länge fest an den Boden geklebt werden.
  • sie mittels Kabelschellen über den Türrahmen und an den Fußleisten entlang gelegt oder durch Kabelschächte gezogen werden.
  • ein schnurloses Telefon angeschafft wird.

 

Badezimmer und Toilette

 

Das Badezimmer birgt einige Unfallrisiken: Glatte Kacheln, Wasserlachen auf dem Fußboden und Niveauunterschiede beim Ein- und Aussteigen in die Badewanne oder die Dusche.

 

Hier ist es besonders wichtig, in allen Situationen einen sicheren Halt zu haben. Dies kann erreicht werden, indem

  • Fußmatten, Vorleger und Teppiche mit einer rutschfesten Unterseite versehen oder mit Gummiunterlegern gesichert werden.
  • die Dusche und die Badewanne mit Gummimatten mit Saugnäpfen ausgelegt werden.
  • ein Plastikhocker in die Dusche gestellt wird, damit man sich bequem hinsetzen kann.
  • Haltegriffe angebracht werden - vor allem in der Dusche und an der Toilette.

Um- und Neubauten im Bad werden manchmal nötig, um den Bedürfnissen eines Pflegepatienten und den pflegenden Angehörigen gerecht zu werden.

Infos dazu: ''Um- und Neubauten im Badezimmer''  (PDF, 296 KB)

 

Weitere Informationen

 

Diese Informationen zum Thema Sturzunfälle sind zum Teil der Broschüre "Sicher leben auch im Alter - Sturzunfälle sind vermeidbar" der Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH) entnommen. Weitere Informationen unter: www.das-sichere-Haus.de  

 

Fotos: fotolia, Lehmann Rollstuhlrampen & Hebelifte, Eva Seitz Wiesbaden